Zehn Tage Hawai'i mit Liz -
the Big Island
Wie es meistens so ist wartet man lange auf solch eine Reise und kann gar nicht glauben wie schnell die Zeit dann vergeht während man unterwegs ist. Am Freitag morgen, den 20. März ging es mit gepacktem Koffer Richtung JFK Airport um zu Liz nach Kailua-Kona zu fliegen. "The Big Island", auf der sich Kona befindet, ist die größte Insel Hawai'i's und etwa so groß wie der Staat Connecticut. Kona liegt auf der trockenen Seite der Insel und bekommt weniger Regen ab als die Hilo Seite. Auf der Karte ist es links zu sehen. Die gesamte Insel ist geprägt von fünf Vulkanen, von denen einige noch aktiv sind und "Vog" erzeugen, eine Art "Vulkansmog", der an extremen Tagen wie Nebel über der Insel hängt und die Luftqualität ziemlich verschlechtert. Die Landschaft war demnach auch ganz anders als ich sie mir vorgestellt habe, überall sieht man Lavafelder, die sich endlos schwarz und einsam über die Landschaft ergossen haben und man hat stellenweise das Gefühl man sei auf dem Mond oder am Ende der Welt (was ja der Lage nach fast sein könnte).

Wenn man nach Hawai'i fliegt bekommt man dieses Gefühl auch schon im Flieger. Man hat einfach nichts anderes unter sich als den Pazifik bis irgendwann mal ganz klein ein paar Inseln aus dem Wasser ragen. Als ich Freitag Nacht in Kona angekommen bin hat Liz mich gleich mit einer Kette aus Blumen empfangen und wir haben uns auf den Weg zu ihrer nur 15 Minuten entfernten Wohnung gemacht. Liz wohnt mit ihrem Freund Nick, dessen Job "Golf Course Management" ist ziemlich hoch oben auf einem der Berge, die die Insel prägen. Man ist also entweder up mauna (= auf dem Berg) oder down by the beach. Am nächsten Tag haben wir auch genau das gemacht: wir waren von früh bis spät Strände anschauen und schwimmen. Nick und sein Freund Trevor (Besuch aus Kansas) sind erst am Sonntag abend von einem Ausflug nach Maui zurück gekommen und bis dahin hatten wir girl's time. Es war einfach schön mit Liz die Insel zu touren. Sind am Sonntag Richtung Süden gefahren und haben eine Kultstätte der Ureinwohner angeschaut und einen Farmer's Market besucht, auf dem wir Kokosnüsse, Inselbananen etc. geschenkt bekommen haben und mit ein paar Locals gesprochen haben, die auf Hawai'i einfach alle nett und offen und stets entspannt sind.
Die nächsten Tage habe ich teils damit verbracht die kleinen Märkte und Strände in Kona zu erkunden, oder mit den Jungs am Strand verbracht, nachdem ich morgens meistens mit Liz Ausflüge gemacht habe, oft auch auf ihrem kleinen Roller, the best way to see the Island. Kona ist eine total schöne Stadt, nicht zu groß, aber sie bietet alles was man zum Leben braucht, inklusive aller Supermärkte und Dingen die man vom Festland auch schon kennt. Trotzdem finde ich fühlt man sich bis auf Sprache und Währung nicht so, als ob man noch in den Vereinigten Staaten ist, sondern einfach wie in einer anderen Welt. Da Liz nachmittags immer arbeiten musste war ich froh, dass Nick am Dienstag dann auch noch Besuch von Justin bekommen hat und einen Tag später noch von einer Freundin namens Kat. So waren genug Leute in meinem Alter um mich herum um mich nicht zu langweilen und wir haben immer was zu tun gefunden. Freitag auf Samstag haben wir am Strand gecampt. Es war wunderschön mit Lagerfeuer am Meer zu sitzen und die Sonne untergehn zu sehn und dann morgens wieder zu den Wellen aufzuwachen. Und die Hot Dogs vom Grill waren lecker!
Beim Surfen und Stand-up-Paddle-Boarden sind uns dann auch mehrere kleinere und größere Verletzungen zugestoßen, unter anderem hatten wir alle zerschnittene Füße, Justin sogar eine Verletzung von irgend so einem Seeungeheuer, das lange Stacheln hat und mehr als nur schmerzhaft ist. Am letzten Tag musste ich noch in die Notaufnahme, weil ich mir den Daumen ausgekugelt habe und das komplette Gewebe in meiner Hand lädiert habe... die Hand ist jetzt stabilisiert, aber immer noch grün und blau und drei mal so dick wie sie sein sollte... aber mit den starken Schmerztabletten die ich nehme komme ich zurecht. Allerdings hoffe ich, dass mir sowas nie wieder passiert, weil wir unter anderem von dem abgelegenen Strand an dem wir waren, zwei Stunden bis ins Krankenhaus gebraucht haben. Ohne Eis und Schmerztabletten plus einem halbstündigen Marsch über ein Lavafeld bis zum Auto, alles nach nem Schlag auf den Kopf von nem Surfboard, kaputtem Daumen und blauen Flecken von der Riesenwelle, die mich da erwischt hat... es war wirklich kein Spaß!
Abenteuerlich war die Reise also allemal. Liz und ich haben zum Beispiel einem "Geheimtip" aus dem Inselreiseführer nach die "Road to the Sea" genommen, eine 6 Meilen lange "Straße" (besser wäre Geröllfeld) die zu einem schwarzen Lavastrand "mit sehr eigenem Charm" führen sollte. Wir haben Gott sei Dank Liz' Monsterjeep mit Allrad dabei gehabt und es überlebt, aber die Fahrt werde ich definitv nie vergessen, um uns rum endlose Lava und unglaublich viel Staub...
Samstag abend hatten wir eine House Party mit Kollegen von Nick - hauptsächlich Native Hawaiians, also Nachfahren bzw. direkte Nachkommen der Polyneser, die die Inseln schon lange vor den Amerikanern besiedelt haben. Es war super lustig, da sie ein ganz besonderer Schlag Menschen sind. Sie sprechen einen Art Pidgin aus ihrer Sprache und Englisch und sind sehr offen und neugierig. Sie haben uns auch ein paar Spiele beigebracht und ein Paar hatte seine Kinder dabei, die jeden "Auntie" und "Uncle" nennen :)
Am schönsten waren die Momente als wir Seeschildkröten sich am Strand sonnen sehen haben, oder man einen gigantischen Sonnenuntergang bebachten konnte, oder in der Ferne Walfontänen sehen konnte (auch wenn man den Wal selbst nur erahnen konnte). Einmal haben wir nachts rießige Rochen beobachtet, die in der Nähe einer Hotelterasse vom Licht angezogen werden. Unheimlich, aber faszinierend. Hinter all der Lava war man meist umso mehr überrascht und erstaunt, wenn man wieder einen Traumstrand gefunden hatte. Waipio Valley war ebenfalls eine längere Fahrt über die Insel wert, man hat sich so klein gefühlt vom Aussichtspunkt aus. Auf den Ausflügen zum Beispiel nach Waimea, konnte man auch immer sehen wie sehr sich das Klima auf der Insel je nach Region unterscheidet. Wir hatten mit dem Wetter aber immer Glück, es gab zwar einige warme Schauer, aber es war immer Bikini Wetter und vor allem nie zu heiß, sondern genau richtig.
Mit Liz habe ich mich ganz arg gut verstanden, sie war eine tolle Gastgeberin und hat sich um alles gekümmert und als es dann irgendwann ans Verabschieden ging haben wir beiden Blondinen natürlich nicht aufhören können zu weinen. Es ist ein komisches Gefühl nicht zu wissen wann ich little Lizzy wiedersehen werde. Haben uns allerdings vorgenommen, dass wir es schaffen müssen bevor wir 30 sind. We will see what the future brings...
Hier im Fotoalbum gibt's Eindrücke von einer der besten Wochen meines Lebens!
http://picasaweb.google.com/lkohler85/HawaiITheBigIsland#
Liebe Grüße nach Deutschland aus New Haven, wo die Realität mich gerade wieder in den A**** tritt ;)
Eure Lisa